Die Maut in der EU- Ein Brief mit sieben Siegeln!

Europa, besser gesagt die EU, hier soll etwas großes zusammen wachsen. Sobald man aber mal länger in Europa unterwegs ist, merkt man wie unterschiedlich die EU noch tickt!

Das fängt beim Nichtraucherschutzgesetz an, das eigentlich eine EU Vorgabe aus Brüssel ist. Nur komisch, dass es noch immer Länder in der EU gibt, die diese Vorgabe noch nicht umgesetzt haben. Das geht weiter über Grenzkontrollen innerhalb der EU. Besonders kurios wird es wenn man sich das europäische Mautsystem anschaut. Hier kocht jedes Mitgliedsland noch sein eigenes Süppchen. Ist es im PKW Bereich noch recht klar, so wird es bei einem Camper oder Wohnmobil schon schwieriger. Ein gutes Beispiel ist Frankreich. Fahre ich einen ausgebauten Bus durch Frankreich werde ich frei nach Schnauze als PKW oder machmal auch als Transporter abgerechnet. Dabei ist die Fahrzeugkategorie fest geregelt. Nur nicht jeder Mitarbeiter wendet diese Regel an. Manchmal hilft da nur das hartnäckige Diskutieren.

Ganz kurios wird es wenn man ein schweres Reisemobil bewegt. In Deutschland sind Reisemobile zum Glück von der Maut befreit. In Österreich dagegen zahlt jedes Fahrzeug über 3,5t zGw eine kilometerabhängige Maut. Abgerechnet wird diese über eine sogenannte On-Board-Unit. Komplizierter wird es wenn ich weiter nach Osten reise. In Ungarn gibt es ebenfalls eine kilometerabhängige Maut für schwere Fahrzeuge. Auch hier braucht man eine On-Board-Unit, aber natürlich nicht die gleiche wie in Österreich. Allerdings macht Ungarn auch Ausnahmen. So müssen Wohnmobile, bzw. Fahrzeuge mit Wohnaufbau nur die Bus Maut (Klasse D2) zahlen. Allerdings gibt es hier keine Definition was ein Wohnaufbau ist! Die Zahlung der PKW- bzw. Busmaut wird in Ungarn mit einer Vignette nachgewiesen. Diese wird aber nicht wie in Österreich oder der Schweiz an die Scheibe geklebt, sondern sie ist online hinterlegt und eine Datenbank gleicht per Videoüberwachung die Nummernschilder ab. Sehr innovativ, nur blöd dass diese voll automatische Überwachung nicht den Unterschied zwischen einem 9t Fahrzeug zur Güterbeförderung und einem 9t Fahrzeug mit Wohnaufbau kennt. So gibt es berichte von Reisenden, die große Strafforderungen bekommen haben und nur mit hartnäckigem Diskutieren und argumentieren das Land ohne zu zahlen verlassen durften.

In Rumänien wiederum wird auch die LKW per Vignette nachgewiesen. Dort sind allerdings Reisemobile ebenfalls ausgenommen und müssen nur die PKW Maut zahlen. In Rumänien allerdings wird die Maut nicht nur auf Autobahnen und Nationalstraßen fällig, nein es ist eine generelle Straßenbenutzungsgebühr.

In Tschechien brauche ich wieder eine On-Board-Unit, aber bitte nicht die gleiche wie in Deutschland, Österreich oder Ungarn und schon garnicht die gleiche wie in der Slowakei. Dort wird nämlich ebenfalls die LKW Maut kilometerabhängig über einen On Board Unit erhoben. Kann ich meine OBU aus Österreich behalten, z.B. für die nächst Reise, so sollte ich das in der Slowakei vermeiden. Wird nämlich die OBU nicht genutzt und nach verlassen des Landes nicht zurück gegeben fallt eine Strafe von 240€ an.

Schön wäre es, wenn sich die EU auf ein einheitliches System einigen könnte. Sowohl bei der PKW/ Wohnmobilmaut als auch bei der LKW Maut wäre es so für viele Reisende leichter!

In diesem Sinne, see you on the road again!

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